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Der Hartz IV-Versuch

Es kommt immer wieder vor, dass Politiker, Journalisten oder Autoren versuchen, sich in Situationen hineinzuversetzen, die sie eigentlich nicht kennen. Das ist nichts Neues. Schon Günter Grass hatte vor fast 30 Jahren versucht, sich in die Rolle eines türkischen Bergarbeiters zu versetzen. Grass veränderte sein Aussehen, wozu nicht wirklich viel nötig war, und arbeitete monatelang als Türke im Bergbau.
Heute sind es nicht mehr die türkischen Bergarbeiter sondern Menschen, die mit dem Bezug von Hartz IV versuchen, einigermaßen über den Monat zu kommen. Sie sind diejenigen, die das Interesse der Medien wecken. Ist Hartz IV wirklich so schlimm, wie in den Kommentaren diverser Foren beschrieben wird?
Der private Sender RTL hat in seiner Sendung RTL-aktuell daher einen seiner Mitarbeiter in Berlin auf den Hartz IV-Trip geschickt. 30 Tage wird Torsten Misler auf den Spuren von Hartzlern wandern, um zu ermitteln, ob es nicht doch möglich ist, mit 345 Euro im Monat auszukommen.
30, in Worten "dreißig", Tage Hartz IV? Und danach weiß ein junger Journalist, wie man sich fühlt, wenn man am Boden der Gesellschaft liegt? Wohl kaum! Dies spiegelt sich auch in den Kommentaren der Leser wieder, die, bis auf wenige Ausnahmen, auf den Bezug von Hartz IV angewiesen sind.
Wo sind die Günter Grass' von heute? Kaum ein Medienmensch macht sich heute noch die Mühe, wirklich eingehend zu recherchieren. 30 Tage Hartz IV, jedoch mit dem Wissen, dass weiterhin Monat für Monat das gutdotierte Gehalt auf dem Konto liegt, ohne Ängste, wie man den nächsten Monat übersteht und die anfallenden Rechnungen begleichen soll.
Letztendlich bleibt der Versuch das, was es sein soll...eine Show, die Zuschauer locken soll, denn auch Hartz IV-Bezieher schauen Fern, und in den Quoten steht nicht, wie jemand seinen Unterhalt bestreitet.
Und das Ergebnis? Es wird, wie immer, diplomatisch. Aber lassen wir uns überraschen.

QUELLE

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9.6.07 22:24


Eine Frage der Ehre!? (18.05.07)

Am Freitag konnte man in der Zeitung mit der höchsten Auflage und den vier roten Buchstaben bilddokumentiert lesen, was manche Menschen auf diesem schönen Planeten unter Familienehre verstehen. Ein 17-jähriges Mädchen wird von der eigenen Familie bis zur Bewusstlosigkeit gesteinigt, weil diese sich mit einem andersgläubigen Jungen verlobt hatte. Um ihr dies wieder auszutreiben, wurde sie unter einem Vorwand nach Hause gelockt und mit Hilfe der örtlichen Polizei erst einmal mit dicken Steinen beworfen, bis sie sich nicht mehr rührte.

Religion hin oder her. Es kann weder Gottes, Allahs noch Manitus Wille sein, einen Teenager wegen seiner Liebe zu quälen. Mit dieser menschenverachtenden Aktion wäre die Ehre dieser Familie ja nun endgültig den Bach runter.

Willkommen im 21ten Jahrhundert.

9.6.07 22:22


Der Reichtum der Rentner. (11.05.07)

Manchmal könnte man dem Glauben verfallen, dass Politiker das Volk für chronisch unterbelichtet halten. Nach drei Nullrunden bekommen die Rentner nun eine Rentenerhöhung von gigantischen 0,54 %. Da stellt sich doch die Frage: Was machen all die Rentnerinnen und Rentner mit diesem unverhofften Reichtum?

Bei einer Durchschnittsrente von 1100 EUR macht das immerhin knapp sechs Euro mehr. Aber wofür? Eine Schachtel Zigaretten mehr im Monat? Oder zwei Kännchen Kaffee zusätzlich? Wozu brauchen Rentner überhaupt mehr Geld? Das müssen sich Franz Müntefering und Co. auch gedacht haben.

Und nun warten wir einmal die nächste Diätenerhöhung ab.

9.6.07 22:21


Geschenkte Mehrwertsteuer. (18.01.07)

Überall in den Medien kann man es lesen und hören: "Wir schenken Ihnen die Mehrwertsteuer!" oder "Jetzt noch einmal 19 % billiger!". Egal ob Elektromarkt, Autohaus oder Möbelfachgeschäft. Alle haben plötzlich etwas zu verschenken. Sogar Geiz bleibt geil!

Ja Hallo!? Ich bin doch nicht blöd! Das sind wohl weniger Geschenke als vielmehr knallharte Kalkulation, denn eines ist mal ganz sicher: Das Finanzamt (ver)schenkt nichts, schon gar nicht die Mehrwertsteuer! Aber genauso sicher ist, dass diese werbeträchtigen Sprüche und Versprechungen beim Verbraucher gut ankommen. So etwas nennt man dann wohl Suggestion. Man könnte ja fast meinen, diverse Einzelhändler stürzen sich für ihre Kunden fast in den Ruin. Keine Sorge. Das machen sie bestimmt nicht, denn der Einzelhandel hat genauso viel zu verschenken wie das Finanzamt...nämlich...genau...NICHTS.

9.6.07 22:20


Willkommen in der Unterschicht.

(Zur Sendung "Hart aber Fair" vom 06.11.2006)

Man hört ja immer wieder in den Medien das Wort „Unterschicht“. Ja aber was meint man denn nun damit? Und vor allem…wie bekommt man diese Unterschicht wieder weg? Dafür habe ich mir am Mittwoch mal so eine politische Diskussionsrunde im WDR angetan. Der reißerische Titel dieser Sendung: Hart aber Fair!

Die Gäste: Renate Schmidt (ehemalige Bundesfamilienministerin der SPD), Walter Wüllenweber (Journalist und Stern-Autor), Kai-Uwe Lindloff (Pastor und Vorsitzender des Kinderhilfsprojektes "Arche" in Berlin), Ronald Pofalla (Generalsekretär der CDU) und unser aller Trucker- und Countrybarde Gunter Gabriel.

Thema der Sendung:
Gestern Ingenieur, heute Hartz IV, morgen Unterschicht.

Nun zuerst einmal grundsätzlich: Was ist arm und wer gehört zur Unterschicht?

Dazu meint uns Nati Schmidt:
Als arm gelten die Menschen, die weniger als 60 Prozent des Durchschnittverdienstes haben.

Ja das ist mal eine ganz tolle Aussage. Und was bitte ist der Durchschnittsverdienst eines in Lohn und Brot stehenden Bundesbürgers? Mit etwas Recherche und unter Bezugnahme meiner Lieblingsmaschine Google finde ich einen statistischen Durchschnittsverdienst von 2.450,00 EUR brutto (und muss lachen). Das macht für einen Single einen Nettoverdienst von ca. 1.600,00 EUR (und ich muss nochmal lachen). 60 % davon sind also ca. 960,00 EUR. Was bekommt noch gleich ein lediger Hartz IV-Empfänger? Bestimmt keine 960,00 EUR. Also würden schon einmal alle ledigen Hartz IV-Empfänger als arm gelten und zur Unterschicht gehören, oder?

Und wie kommt es zu dieser steigenden Armut und Unterschicht?

Kai-Uwe Lindloff, Pastor und Vorsitzender des Kinderhilfsprojektes "Arche", sagt:
Seit der Einführung von Hartz IV nehme die Zahl der Menschen zu, die Hilfeleistungen in Anspruch nehmen müssen, die sie vorher noch umgehen konnten.

Herr Lindloff war meiner Meinung die einzige Person in dieser Runde, die sich eine einigermaßen objektive Einschätzung zum Thema „Armut und Unterschicht in Deutschland“ leisten konnte. Dies liegt sicherlich nicht daran, dass er selbst am Hungertuch nagt sondern vielmehr an seinem Projekt. In diesem Projekt „Arche“ sieht er täglich, was Politiker nur vom Papier und aus Statistiken kennen: Armut und Hunger.

Aber wie geht man nun gegen diese Armut an?

Hier hat Herr Wüllenweber die Lösung, denn er sagt:
Armut könne nicht dadurch behoben werden, indem man - wie es in den vergangenen Jahren in Deutschland der Fall gewesen sei - immer mehr Geld verteile. Vielmehr helfe vor allem Bildung, dieses Problem zu lösen.

Bravo Herr Wüllenweber. Ein fast gelungener Ansatz. Allerdings hat er dabei wohl das Thema der Sendung vergessen. Als Journalist hätte ich ihm eine bessere Recherche zugetraut. Oder sind auf einmal alle arbeitslosen Ingenieure, Architekten, IT-Fachleute, Lehrer, Steuerfachleute usw. verschwunden. Oder hat der gute Walli Wüllenweber mal erforscht, welche Firmen einen Personalfachkaufmann ans Fließband stellen würden?

Den Vogel abgeschossen hatte allerdings Herr Pofalla mit seiner Aussage:
Es gibt keinen Zusammenhang zwischen der Hartz IV-Reform und der derzeitigen Armuts-Entwicklung.

Zu soviel Realitätsverlust lässt sich eigentlich nicht viel sagen außer: Von welchem Planeten kommt er?

Ach ja. Da war doch noch einer! Gunter Gabriel, der von seinem Boss schon vor 20 Jahren mehr Geld wollte.

Mal abgesehen davon, dass er irgendwie wirkte, als käme er direkt von der WDR-Bar ins Studio und vor hatte, seinen Rausch bei einem Studionickerchen auszuschlafen, hatte er nach einer kurzen Aufweckphase doch die Lösung aller Probleme:
Liebe! Alle Menschen sollen sich lieben, dann wird alles gut.

Danke Herr Gabriel. Und nun aber wieder „husch husch“ unter deine Decke.

9.6.07 22:13





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